Der Erdfall bei Ingelfingen (Hohenlohekreis, Baden-Württemberg) ereignete sich 1869 an der heutigen K2316 bzw. am Waldrand Vogelsang. Es handelt sich um eine Doline, die aufgrund von Verkarstungsprozessen (Subrosion, Sulfatkarst) im Mittleren Muschelkalk (Sulfatgestein) entstanden ist.
In den Kalksteinen und Dolomitsteinen des Oberen Muschelkalks (insbes. in den Gesteinen des Trigonodusdolomit, der Meißner- und Trochitenkalk-Formation) kommt es zu Verkarstungserscheinungen. Karstformen sind Trockentäler, Karstwannen, Bachversickerungen, Dolinen und Erdfälle (z. B. Göschweiler).
Die karbonatischen Gesteine des Unteren Muschelkalks neigen zur Verkarstung. In Baden-Württemberg wird der Untere Muschelkalk in eine Kalkfazies (Jena-Formation) und eine Dolomitfazies (Freudenstadt-Formation) unterteilt, die unterschiedlich stark verkarstet sind.
1954 ereignete sich im Oberen Muschelkalk in Göschweiler bei Löffingen (Baden-Württemberg) im Gewann Roßhag ein Erdfall (Einsturzdoline. Der Einsturz belegt den andauernden Verkarstungsprozess im Wutachgebiet (Karbonatkarst/Sulfatkarst).
Durch Pseudokarst entstandene Erdfälle in Baden-Württemberg befinden sich im Bereich nicht verkarstungsfähiger Gesteine und werden oft mit Erdfällen infolge echter Verkarstung verwechselt. Pseudokarst entsteht oft in Lockergesteinen wie Löss oberhalb einer gering durchlässigen Gesteinsschicht.
Am Schlierberg, im Stadtgebiet von Freiburg (Baden-Württemberg) treten in den Lockergesteinsschichten zahlreiche Erdfälle (Pseudokarst) auf. Grund hierfür sind unterirdische Fließpfade, die zur Suffosion in den Lockergesteinsschichten und schließlich zum Geländeeinbruch führen.
Auf dem Gebiet der Staatsdomäne Hochburg, Emmendingen (Baden-Württemberg) treten in den Lösssedimenten zahlreiche Erdfälle (Pseudokarst) auf. Grund sind unterirdische Fließpfade, die zur Suffosion und schließlich zum Geländeeinbruch führen.
Bei dem Neuen und dem nur ca. 70 m entfernten Alten Eisinger Loch handelt es sich um Dolinen im Oberen Muschelkalk und Unterkeuper im Pfinzgau nördlich von Pforzheim. Der Einbruch der Trichterdolinen erfolgte nach Auslaugung von über 100 m tiefer gelegenen Gips- und Steinsalzvorkommen im Mittleren...
Der EWS-Schadensfall Wurmlingen (Erdwärmesonde, Baden-Württemberg) wurde durch eine fehlerhafte Geothermie-Bohrung verursacht. Gespanntes Grundwasser konnte in die sulfathaltigen Gesteine (Grabfeld-Formation, Gipskeuper) eindringen. Gips wurde ausgelaugt. Erdfälle waren die Folge.