Als Molasse werden die tertiären (Oligozän, Miozän) Sedimente im Alpenvorland bezeichnet (v. a. Mergelsteine und Sandsteine). Es wird zwischen Süßwassermolasse, Brackwassermolasse und Meeresmolasse unterschieden.
Die Obere Brackwassermolasse fasst als Untergruppe die Grimmelfingen-Formation und die Kirchberg-Formation zusammen, die die Graupensandrinne und die erweiterte Graupensandrinne verfüllen. Die Ablagerung erfolgte innerhalb eines sehr kurzen Zeitabschnitts, dem jüngsten Ottnangium, etwa von 17,4 bis...
Zur Untergruppe Obere Meeresmolasse zählen alle marinen Ablagerungen und Küstensedimente, inkl. pedogene Krusten, die während der zweiten marinen Phase im Burdigalium (Ottnangium) zur Ablagerung kamen. Die Sandsteine sind im gesamten Voralpenland in großer Mächtigkeit vorhanden. Aufgrund der...
Die terrigenen Sedimente der Untergruppe Untere Süßwassermolasse sind die ältesten Molasseeinheiten, die im Landesgebiet obertägig anstehen. Aufschlüsse erstrecken sich vom Hegau entlang der Südabdachung der Schwäbischen Alb bis in die Gegend von Ulm. Es handelt sich v. a. um feinklastische...
Ablagerungen der Unteren Meeresmolasse und der Unteren Brackwassermolasse kommen in Baden-Württemberg nur im südöstlichen Landesgebiet unter mächtiger Überdeckung vor.
Im Süden von Albuch und Härtsfeld (Ostalb) sind örtlich Böden auf Molassesedimenten verbreitet. Östlich des Brenztals bilden lokal Urbrenz-Sande das Ausgangsmaterial der Bodenbildung. Auf der Stubersheimer Alb sind die Böden an wenigen Stellen auf Jüngerer Juranagelfluh entwickelt.
Die Molassesedimente (Alpenvorland, Baden-Württemberg) sind als eine Wechsellagerung von Grundwasserleitern und Grundwassergeringleitern ausgebildet. Die bedeutendsten Kluft- und Porengrundwasserleiter sind die Heidenlöcherschichten und die Baltringen-Formation der Oberen Meeresmolasse.
Auf der Ostalb (Schwäbische Alb, Baden-Württemberg) betreibt der Zweckverband Landeswasserversorgung bedeutende Anlagen zur Trinkwassergewinnung, wie z. B. das Langenauer Donauried (Filterbrunnen, Grundwasserentnahme) und das Egauwasserwerk (Buchbrunnenquelle, Karstquellen-Fassung).
Am 23.06.2015 (Juni) ereignete sich im Eschachtal bei Isny (Allgäu, Baden-Württemberg) ein Felssturz. An der Bachböschung stehen Gesteine der Oberen Süßwassermolasse (OSM) an, wobei kompakte Konglomerate inkompetenten Konglomeraten, Mergel- und Sandsteinen aufliegen. Auslöser waren Niederschläge.
Auf dem Kleinen Randen bei Klettgau-Riedern liegt eine alte Sandgrube, in der tertiäre Graupensande der Grimmelfingen-Formation abgebaut wurden (Obere Brackwassermolasse). Darüber finden sich Bänke der Austernnagelfluh. Teilweise sind feinsandige Rinnenfüllungen zwischengeschaltet. Die...